Pressemitteilung · Freitag, 12. Oktober 2007
Die Entscheidung des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses bedeutet eine schwere Niederlage für die türkische Leugnungspolitik und deren Lobbyisten
Nach dieser Entscheidung wird damit gerechnet, dass nun das Repräsentantenhaus ebenfalls über diese Resolution abstimmt. Sowohl die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, als auch eine Mehrheit der Abgeordneten haben bereits signalisiert, dass sie der Resolution ihre Zustimmung erteilen wollen. Es ist nun damit zu rechnen, dass die Türkei und ihre Lobbyisten in den USA den Druck auf die Abgeordneten noch weiter verstärken werden, um die Annahme der Resolution durch das Repräsentantenhaus zu verhindern.
Obwohl das Scheitern Leugnungspolitik der Türkei völlig offensichtlich ist, hält die Regierung in Ankara weiterhin daran fest und glaubt, dass sie durch eine starke Lobby die Staatengemeinschaft davon abhalten könnte, den Völkermord anzuerkennen. Die Abstimmung im Auswärtigen Ausschuss bedeutet für die Türkei aber nicht nur ein schwere Niederlage in der Völkermordfrage, sondern signalisiert möglicherweise auch eine gewisse Wende in der zukünftigen US-Außenpolitik gegenüber der Türkei. Immer mehr Politiker im Westen erkennen den wahren Charakter des türkischen Staates, der seit seiner Gründung den Völkermord an den Armeniern leugnet und sich mit seiner extrem nationalistischen Unterdrückungspolitik ganz in der Tradition des verbrecherischen jungtürkischen Regimes befindet, dass während des 1. Weltkrieges die Vernichtung von über 1,5 Mio. Armeniern organisiert und durchgeführt hat.
Der Zentralrat der Armenier in Deutschland begrüßt die Entscheidung des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus und hofft, dass die Abgeordneten sich dieser Entscheidung ihrer Kollegen anschließen und den Völkermord an den Armeniern anerkennen. Die internationale Anerkennung und Verurteilung des Völkermordes ist die Antwort auf die politische Leugnung des türkischen Verbrechens an den Armeniern im Osmanischen Reich. Die Türkei muss endlich einsehen, dass die Wahrheit sich auf Dauer weder leugnen noch unterdrücken lässt.
Zentralrat der
Armenier in Deutschland
Frankfurt
am Main, 12.10.2007