Pressemitteilung · Freitag, 11. Januar 2008
Armenier gedenken des Journalisten Hrant Dink
Hrant Dink war Herausgeber der Wochenzeitung „Agos". In Deutschland wurde er am 12. Mai 2006 mit dem renommierten Henri-Nannen-Preis für seine Verdienste um die Pressefreiheit ausgezeichnet. Hrant Dink ist Opfer eines gewaltbereiten Klimas in der Türkei geworden, das aus der militanten Leugnung des Völkermords von 1915 durch sämtliche türkischen Regierungen entstanden ist. Sein Tod ist bis heute nicht wirklich aufgeklärt, ebenso wenig wie die späteren Morde an Christen im Lande. Die türkische Weigerung, die eigene Geschichte anzuerkennen, die dunklen Seiten der eigenen Geschichte anzunehmen und aufzuarbeiten, führt zu Gewalt und Aggression, die bis heute immer wieder Opfer fordern. Der ZAD appelliert in diesem Zusammenhang vor allem an die zuständigen Politiker der EU, im Rahmen der Beitrittsverhandlungen auf eine ersatzlose Streichung des verhängnisvollen § 301 (Beleidigung des Türkentums) hinzuwirken, der im eklatanten Widerspruch zu unserer europäischen Werteordnung steht.
Zentralrat der Armenier in Deutschland
Der Vorstand
Frankfurt am Main, 11.01.2008