Pressemitteilung · Freitag, 26. März 2010
Zentralrat der Armenier in Deutschland fordert Unterstützung von der Bundeskanzlerin
Angesichts der Tatsache, dass die Faktizität des Genozids in der seriösen Geschichtsschreibung international unbestritten ist, kann eine solche Kommission nach Auffassung des ZAD nur ein weiteres Leugnungsinstrument sein, mit dem die Türkei sich der Aufgabe entziehen will, sich mit den dunklen Kapiteln der eigenen Geschichte auseinander zu setzen. Deutschland aber hat, so der ZAD, eine ganz besondere Verantwortung in dieser Frage, weil das Land zu jener Zeit engster politischer und militärischer Weggefährte des Osmanischen Reichs war und nichts unternommen hat, die Ermordung von eineinhalb Millionen Armeniern zu verhindern. Aus der Verantwortung für die eigene Geschichte heraus und im deutschen wie auch im europäischen Interesse muss Deutschland sich aktiv für die Anerkennung des Völkermords einsetzen.
Nur so kann Versöhnung möglich sein. Wie notwendig ein solcher Schritt zur Anerkennung ist, zeigt sich, so der ZAD, nicht zuletzt in der Drohung des türkischen Ministerpräsidenten, 100.000 Armenier aus seinem Land zu deportieren. Die Armenier fühlen sich durch solche Drohungen an die Vorgeschichte des Genozids von 1915 erinnert. Nur wenn die Staatengemeinschaft Völkermord als Mittel der Politik klar verurteilt, würde solchen Drohungen die Wirkung genommen.
Mit freundlichen Grüßen
Azat Ordukhanyan
Vorsitzender des Zentralrats der Armenier in Deutschland
Frankfurt am Main
26.03.2010