Protest gegen Völkermordleugner

Pressemitteilung · Donnerstag, 18. März 2010

Protest gegen Völkermordleugner

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) hat Protest eingelegt gegen den morgigen Auftritt des amerikanischen Historikers Prof. McCarthy im Festsaal des Rathauses Charlottenburg-Wilmersdorf. McCarthy gilt als bekennender Völkermordleugner.

In einem Schreiben an die Bezirksbürgermeisterin erklärt der ZAD, dass eine solche Veranstaltung einmal mehr dazu dienen werde, die staatliche türkische Völkermordlüge über den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1923 zu verfestigen. Die Armenier verstehen eine solche Einladung in das Rathaus gerade in diesen Tagen als einen "schweren Affront". Der ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan: "Wir bereiten uns zur Zeit auf die Gedenkfeiern zum 95. Jahrestag dieses Menschheitsverbrechens vor - seit 95 Jahren warten wir darauf, dass die Welt den Ermordeten und den Nachfahren der Überlebenden die Ehre erweist, die ihnen gebührt. Sie selbst gehören einer Nation an, die wissen muss, was Völkermord wirklich bedeutet - können Sie sich vorstellen, was die Armenier in Deutschland empfinden, wenn sie erleben müssen, dass solche Veranstaltungen in öffentlichen Räumen mit staatlicher Unterstützung stattfinden? Würden Sie Ihre Räume für die Propagandisten der Auschwitzlüge zur Verfügung stellen?"

Der ZAD fordert das Rathaus dringend auf, die Zusage an die "Initiative Europäischer Türken" zu überdenken und zurück zu nehmen. "Ihr Rathaus", so Ordukhanyan, "darf sich nicht zum Handlanger von Völkermordleugnern machen." Er schließt die Frage an, ob das Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf am 24. April die armenische Fahne am Rathaus zeigen werde - im Gedenken an die Ermordeten?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland

Frankfurt am Main

18.03.2010

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