Nachrichten · Dienstag, 06. Januar 2009
Widerstand gegen weitere Amtsführung des schwer kranken Mesrob II. wächst
In der armenischen Kirche in der Türkei wächst der Widerstand gegen eine weitere Amtsführung des schwer kranken Patriarchen von Istanbul Mesrob II. (Mutafyan). In einem Interview mit der englischsprachigen Ausgabe von "Hürriyet" schloss sich Ara Kocunyan, der Chefredakteur der traditionsreichen armenischen Zeitung "Jamanak", der von vielen Armeniern erhobenen Forderung nach Wahl eines neuen Patriarchen an.
Der Journalist kritisierte den Heiligen Synod, der in der vergangenen Woche entschieden hatte, den Patriarchen nominell im Amt zu belassen. Der Synod sei zu einer solchen Entscheidung nicht ermächtigt, sagte Kocunyan. Kocunyan schloss sich damit der wachsenden Kritik an, die zunächst von der armenisch-türkischen Wochenzeitung "Agos" vorgetragen wurde.
Viele Armenier lehnten die Entscheidung des Heiligen Synods ab und stellten seine Zuständigkeit in Frage, berichtete "Agos" in seiner aktuellen Ausgabe auf der ersten Seite. "Wir wollen Neuwahlen", zitierte das Blatt aus Leseranrufen und Befragungen.
Der erst 52-jährige Mesrob II. leidet seit vergangenem Frühjahr unter einer rasch fortschreitenden Hirnerkrankung, die sein Erinnerungsvermögen und seine Aufmerksamkeitsspanne stark beeinträchtigt. Ein Vertreter führt die Amtsgeschäfte des armenisch-apostolischen Patriarchen von Istanbul.