Comeback der Atomenergie - IAEA-Konferenz

Nachrichten · Montag, 20. April 2009

Comeback der Atomenergie - IAEA-Konferenz

Elf Staaten führen im Rahmen der IAEA gemeinsame Machbarkeitsstudien durch: Argentinien, Armenien, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Japan, Kanada, Russland, Südkorea und die Ukraine.

Die Atomenergie im 21. Jahrhundert" lautet das Thema einer internationalen Konferenz, die am heutigen Montag in Peking beginnt. Einberufen wurde sie von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) mit Sitz in Wien, Generaldirektor Mohamed El-Baradei leitet das Treffen. Mitveranstalter ist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die während drei Tagen in der chinesischen Hauptstadt versammelten 400 Vertreter von 65 Staaten, darunter 30 Minister, wollen über "die Rolle der Kernkraft bei der Erzeugung von sauberer und nachhaltiger Energie für die nationale und regionale Entwicklung" beraten.

Die Anhänger der Atomenergie spüren starken Aufwind. Die IAEO verhandele derzeit mit 50 bis 60 Staaten über den Bau von AKW, sagte der Leiter der Planungsabteilung der Wiener Behörde, Hans-Holger Rogner, in einem Interview. Die Zahl der Länder, die AKW bauen wollen, habe sich in vier Jahren verdoppelt. "Das ist ein Zeichen, wohin die Reise geht", sagte Rogner. Es sei mit einem Boom der Kernenergie zu rechnen. Die IAEA will dabei auf "innovative Atomenergiesysteme" setzen, denen nicht mehr die Risiken der bisherigen Reaktorgenerationen anhaften.

Elf Staaten führen im Rahmen der IAEA gemeinsame Machbarkeitsstudien durch: Argentinien, Armenien, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Japan, Kanada, Russland, Südkorea und die Ukraine. Leiter dieser INPRO genannten Studiengruppe ist der Russe Jurij Sokolow. Die wichtigsten Kriterien für die Entwicklung neuer Systeme sind laut Sokolow ihre Sicherheit, ihre Umweltverträglichkeit, ihre Wirtschaftlichkeit, die Behandlung der nuklearen Abfälle und die Garantie, dass kein Spaltmaterial zur Herstellung von Atomwaffen abgezweigt werden kann.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1725948_IAEA-Kon…