Armenier beklagen ... (2)

Nachrichten · Montag, 01. Dezember 2008

Armenier beklagen ... (2)

Die Universität von Edirne (Adrianopel) plant die Einrichtung eines armenischen Sprachinstituts

Ungeachtet der Brisanz der Angelegenheit plant die Universität von Edirne (Adrianopel) die Einrichtung eines armenischen Sprachinstituts. Dies wäre ein absolutes Novum in der Türkei. Der Lehrgang soll bereits im kommenden Jahr mit 20 Studenten starten.

Die Einrichtung von Kursen zur Sprache und Literatur der Kurden und der christlichen Minderheiten ist in der Türkei ein heikles politisches Thema. Als Folge der Bemühungen um den EU-Beitritt hat sich in den vergangenen Jahren das Bild aber nach Aussage einiger Rektoren verändert.

So will der Rektor der Artuklu-Universität in Mardin, Serdar Bedii Omay, Kurse in Aramäisch, der Sprache Jesu, sowie in Hebräisch, Kurdisch, Persisch und Arabisch anbieten. Omay kündigte am Montag an, er plane den Aufbau eines Instituts für Östliche Sprachen und Religionen. Die Universität, die erst im vergangenen Jahr den Lehrbetrieb aufnahm, will demnächst bei der Hochschulverwaltung den formellen Antrag in Ankara stellen. Diese zeigte sich Presseberichten zufolge offen für die Einrichtung der Kurse. Omay sagte, bei einem positiven Bescheid aus Ankara könne das neue Institut im kommenden Jahr die Arbeit aufnehmen.

Mardin im heute vorwiegend kurdisch besiedelten Südostanatolien liegt nahe der Grenze zu Syrien; daher gibt es in der Gegend starke arabische Einflüsse. Bis 1924 war das berühmte Kloster Der-ul-Zafaran bei Mardin Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien.